Beschichtungswerkstoffe

Beschichtungswerkstoffe und ihre Anwendungen

Welcher Werkstoff schützt Ihr Bauteil am besten? Ob Wolframkarbid für hochverschleißfeste Oberflächen, Chromoxid (Cr₂O₃) für Funktionsschichten oder Chromkarbid-Nickel-Chrom (Cr₃C₂-NiCr) als Alternative zu Hartchrom. Hier finden Sie geeignete Spritzwerkstoffe, ihre Eigenschaften und typische Einsatzbereiche.

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Werkstoffe für thermische Beschichtungen

Von harten Karbiden über Keramik-Oxide bis zu selbstfließenden Legierungen. Wählen Sie eine Gruppe und sehen Sie, welche Bauteile wir damit beschichten.

Werkstoffgruppe 01

Karbide und Hartmetall (Wolframkarbid, Chromkarbid)

Karbide sind die härtesten Werkstoffe, die wir thermisch verarbeiten. Wolframkarbid im Kobalt- oder Kobalt-Chrom-Verbund (WC-Co, WC-CoCr) wird per HVOF aufgetragen und erreicht Härten, an die galvanische Verfahren nicht herankommen. Wo Sand, Feststoffe oder metallischer Kontakt ein Bauteil abtragen, hält eine Karbidschicht deutlich länger durch. Chromkarbid (Cr₃C₂-NiCr) übernimmt dieselbe Aufgabe bei höheren Temperaturen bis rund 800 °C.

Anwendungsbeispiele

Hydraulik- und Kolbenstangen im Maschinen- und Anlagenbau
Pumpenwellen, Laufräder und Gleitringdichtungen
Absperrschieber, Kugelhähne und Ventilkegel in der Öl- & Gasindustrie
Papier- und Kalanderwalzen mit hoher Flächenpressung
Reparatur von Lagersitzen
Karbidbeschichtung anfragen
Werkstoffgruppe 02

Keramik-Oxide (Chromoxid, Aluminiumoxid, Titanoxid)

Keramische Oxide bringen Eigenschaften mit, die kein Metall bietet. Sie isolieren elektrisch und widerstehen aggressiven Medien. Aufgetragen werden sie per atmosphärischem Plasmaspritzen (APS), weil ihre Schmelzpunkte weit über dem liegen, was Flamme oder Lichtbogen erreichen. Chromoxid (Cr₂O₃) ist der Klassiker für glatte, verschleißfeste Walzenoberflächen, Aluminiumoxid (Al₂O₃) für elektrische Isolation, und die Mischung Al₂O₃/TiO₂ dort, wo es etwas zäher zugehen darf.

Anwendungsbeispiele

Druck-, Farb- und Leitwalzen mit polierter Chromoxidschicht
Elektrisch isolierende Schichten auf Wellen und Rollen
Dicht- und Gleitflächen in Pumpen und Armaturen der Chemie
Fadenführer und Umlenkrollen in der Textil- und Folienindustrie
Keramikbeschichtung anfragen
Werkstoffgruppe 03

Metalle (Molybdän, Edelstahl 316L, Zink, Aluminium, Bronze)

Reine Metalle und einfache Metalllegierungen decken ein breites Feld ab, von Gleit- und Einlaufschichten bis zum großflächigen Korrosionsschutz. Molybdän bildet hervorragende Einlauf- und Notlaufschichten auf Gleitflächen. Zink und Aluminium schützen Stahlkonstruktionen per Lichtbogenspritzen langfristig gegen Korrosion, auch im Offshore-Bereich. Bronzen und Kupfer kommen als Gleit- und elektrische Leitschichten zum Einsatz.

Anwendungsbeispiele

Molybdän-Einlaufschichten auf Schaltmuffen und Gleitflächen
Zink- und Aluminium-Korrosionsschutz auf Stahlbau und Offshore-Komponenten
Elektrische Leit- und Kontaktschichten aus Kupfer
Gleitlager- und Buchsenflächen aus Bronze
Metallbeschichtung anfragen
Werkstoffgruppe 04

MCrAlY-Legierungen (Haftgrund & Hochtemperatur)

MCrAlY-Legierungen (M steht für Nickel, Kobalt oder beides) sind die Spezialisten für hohe Temperaturen. Sie dienen als Haftgrund unter keramischen Wärmedämmschichten und schützen Bauteile gegen Oxidation und Heißgaskorrosion, etwa in Turbinen und Brennkammern. Aufgetragen werden sie per HVOF oder Plasmaspritzen, je nach geforderter Dichte und Oxidgehalt.

Anwendungsbeispiele

Haftgrund unter keramischen Wärmedämmschichten (TBC)
Oxidations- und Heißgaskorrosionsschutz an Turbinen- und Brennkammerteilen
Thermisch hochbelastete Bauteile in der Energietechnik
Aufarbeitung und Schutz von Heißteilen
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Werkstoffgruppe 05

Selbstfließende Legierungen (NiCrBSi)

Selbstfließende Nickelbasislegierungen (NiCrBSi) enthalten Bor und Silizium und lassen sich nach dem Spritzen einschmelzen. Dabei verbinden sie sich metallurgisch mit dem Grundwerkstoff und werden porenfrei. Das Ergebnis sind dichte, harte und zugleich gut bearbeitbare Schichten, die sich hervorragend für den Maßaufbau verschlissener Bauteile und für harte Gleitflächen eignen. Mit eingelagertem Wolframkarbid steigt die Verschleißfestigkeit zusätzlich.

Anwendungsbeispiele

Maßaufbau und Regeneration verschlissener Wellen, Zapfen und Lagersitze
Harte Gleit- und Dichtflächen
Bauteile mit kombinierter Verschleiß- und Korrosionsbelastung
Ventil- und Pumpenkomponenten
Beschichtung anfragen
Werkstoffgruppe 06

Hartchromalternative per Hochgeschwindigkeitsflammspritzen (HVOF)

Hartverchromen war jahrzehntelang der Standard für harte, glatte Oberflächen, steht wegen Chrom-VI aber zunehmend unter Druck (REACH). HVOF-Schichten aus Wolfram- oder Chromkarbid sind der etablierte Ersatz: Sie sind härter, verschleißfester und bilden keine durchgehenden Mikrorisse, durch die Korrosion ans Grundmaterial gelangt. Bauteile, die bisher hartverchromt wurden, lassen sich meist ohne Konstruktionsänderung auf eine HVOF-Beschichtung umstellen, oft mit längerer Standzeit.

Anwendungsbeispiele

Hydraulik- und Kolbenstangen statt Hartverchromung
Kolben, Plunger und Pumpenwellen
Kalander- und Führungswalzen
Bauteile mit REACH-Anforderungen an Chrom-VI-Freiheit
Hartchromalternative anfragen

Welcher Werkstoff für welche Anforderung?

Ein schneller Überblick, welcher Beschichtungswerkstoff sich für welche Aufgabe bewährt hat. Im Zweifel beraten wir Sie und wählen gemeinsam die passende Lösung.

Abrasiver Verschleiß
Wolframkarbid WC-CoCr, extrem hart und dicht.
HVOF
Verschleiß bei hoher Temperatur
Chromkarbid Cr₃C₂-NiCr bis rund 800 °C.
HVOF
Elektrische Isolation
Aluminiumoxid Al₂O₃, zuverlässig isolierend.
APS
Glatte, polierte Walze
Chromoxid Cr₂O₃, hochglanzpolierbar.
APS
Maßaufbau & Reparatur
Selbstfließend NiCrBSi, danach bearbeitbar.
Flammspritzen
Gleit- & Einlaufschicht
Molybdän mit guten Notlaufeigenschaften.
Flammspritzen
Großflächiger Korrosionsschutz
Zink / Aluminium für Stahlbau und Offshore.
Lichtbogenspritzen
Wärmedämmung & Heißgaskorrosion
MCrAlY als Haftgrund, darauf ZrO₂-Keramik.
HVOF / APS
Ersatz für Hartchrom
Karbidschicht WC-CoCr, ohne Chrom-VI.
HVOF
Verschleiß & Korrosion kombiniert
Selbstfließend NiCrBSi mit WC, eingeschmolzen.
Flammspritzen

FAQ – Beschichtungswerkstoffe

Antworten auf die häufigsten Fragen zu Werkstoffen, Verfahren und Anwendungen.

Gegen abrasiven Verschleiß ist Wolframkarbid im Kobalt-Chrom-Verbund (WC-CoCr) die erste Wahl. Per HVOF aufgetragen erreicht es Schichthärten bis 1.600 HV bei einer Porosität unter 1 %. Für Anwendungen mit höheren Temperaturen bis rund 800 °C eignet sich Chromkarbid (Cr₃C₂-NiCr).

Der etablierte Ersatz für die galvanische Hartverchromung sind HVOF-Schichten aus WC-CoCr oder Chromkarbid. Sie sind härter und verschleißfester als Hartchrom, bilden keine durchgehenden Mikrorisse und kommen ohne Chrom-VI aus, was sie REACH-konform macht. Bauteile lassen sich meist ohne Konstruktionsänderung umstellen.

Für glatte, polierbare Walzenoberflächen setzt OM Stuhr Chromoxid (Cr₂O₃) per Plasmaspritzen ein, das sich auf sehr geringe Rauheiten polieren lässt. Wo hohe Flächenpressung oder abrasiver Verschleiß im Vordergrund steht, kommen Karbidschichten aus Wolfram- oder Chromkarbid zum Einsatz.

Aluminiumoxid (Al₂O₃) ist der klassische Werkstoff für elektrisch isolierende Spritzschichten. Es wird per atmosphärischem Plasmaspritzen aufgebracht und isoliert Wellen, Rollen und Bauteile zuverlässig, auch bei mechanischer Beanspruchung.

Selbstfließende Legierungen sind Nickelbasiswerkstoffe (NiCrBSi) mit Bor und Silizium, die nach dem Spritzen eingeschmolzen werden. Dabei verbinden sie sich metallurgisch mit dem Grundwerkstoff und werden porenfrei. So entstehen dichte, harte und dennoch bearbeitbare Schichten.

MCrAlY-Legierungen (auf Nickel- oder Kobaltbasis) dienen vor allem als Haftgrund unter keramischen Wärmedämmschichten und als Schutz gegen Oxidation und Heißgaskorrosion. Typische Einsatzorte sind thermisch hochbelastete Bauteile wie Turbinen- und Brennkammerkomponenten in der Energietechnik.

Ja. Für den Maßaufbau verschlissener Wellen, Zapfen und Lagersitze verwenden wir metallische Werkstoffe. Nach dem Spritzen werden die Bauteile bei OM Stuhr durch Schleifen, Drehen oder Läppen auf das Endmaß gebracht.

Welcher Werkstoff passt zu Ihrem Bauteil?

Schicken Sie uns Ihr Bauteil und die Belastung, der es standhalten muss. Wir empfehlen den passenden Beschichtungswerkstoff und das richtige Verfahren, kostenlos und unverbindlich.